Summ, summ, summ,

Bienchen summ herum ...

Aber wo summ "se" denn, die Bienchen? Wo sind denn alle hin?

 

Insbesondere in den letzten zehn Jahren scheinen die Bienen so gut wie verschwunden zu sein - und das betrifft nicht nur die Honigbiene. Und dabei sind sie doch so wichtig! Denn sie sind schließlich diejenigen, die uns zu leckeren Kirschen, Äpfeln, Nüssen und auch zu unserem Gemüse verhelfen. Der Mensch ist auf die vielen fleißigen "Biene Majas" angewiesen. Über 70 Prozent der weltweiten Nutzpflanzen werden durch Bienen bestäubt.

 

Es gibt im übrigen viele Spekulationen, warum es in den letzten Jahren einen so starken Rückgang der Bienenpopulation gegeben hat. Der CO2-Anstieg, der Klimawandel und auch Elektrosmog gelten als mögliche Übeltäter. Verursacher des Sterbens von fast 12.000 Bienen-Völkern in 2008 konnte in jedem Fall eindeutig der Vergiftung durch ein Insektizid nachgewiesen werden. Und auch das deutsche Bundesamt für Naturschutz sieht die intensive Landwirtschaft mit Monokultur und ihrem Einsatz von chemischen Spritz- und Düngemitteln als eine der Hauptgründe. Doch immer noch werden neue giftige Substanzen zugelassen. Ein Beispiel: ein Teelöffel des Pestizids Cyantranilliproll genügt, um 12,5 Mio. Bienen zu vergiften! Und auf unseren Äckern und Obstwiesen landen von solchen Spritzmitteln jährlich tausende von Tonnen. Im Jahr 2014 lag der deutsche Absatz nur von Glyphosat bei 5 - 6 Tausend Tonnen - weltweit sogar bei 800 - 900 Tausend Tonnen.

 

Die Bienen brauchen unsere Hilfe! 

Und zwar schnell! Schnell, schneller, am schnellsten!

Denn WIR brauchen die Bienen!

 

Viele fragen: “Aber was können wir für die Bienen denn tun?“ Die einfache Antwort: „VIEL!“

 

Hier ein paar Möglichkeiten/Hilfs-Maßnahmen:

  1. Bio-Produkte kaufen - egal, ob Obst, Gemüse, Öl, Brot, Pommes oder Bier - um nur ein paar wenige zu nennen. Denn Bio kommt ohne giftige Spritz- und Düngemittel aus.
  2. Wenn schon Honig, dann Bio-Honig kaufen - am besten vom Bio-Imker Eures Vertrauens (auch so mancher nicht zertifizierte Imker setzt sich für eine nachhaltige und/oder wesensgerechte Bienenhaltung ein) oder in Demeter-Qualität, denn Demeter hat von den derzeitigen Bio-Labeln die höchsten Auflagen, die an die naturnahe Bienenhaltung am ehesten herankommen.
  3. Aufklären: Immer wieder hört man von besorgten Eltern die Angst haben, dass ihre Kinder gestochen werden können. Bienen sind von sich aus aber völlig friedlich, denn dieser eine Stich wäre ihr Todesurteil. Und: Wild-Bienen stechen gar nicht! Auch gibt es tolle natürliche/alternative Heilmittel, die einen Stich ganz schnell wieder abschwellen lassen.
  4. Torfhaltige Blumenerde ist keine gute Idee. Beim Abbau von Torf werden Lebensräume, die nicht nur für Wildbienen wichtig sind, vernichtet.
  5. Den Garten nicht übermäßig aufräumen. Nicht nur Bienen lieben Todholz. Und davon gibt es leider immer weniger.
  6. Extrem wichtig sind auch Wild-Kräuter, wie Braunelle, Löwenzahn & Co. Denn sie sind nicht nur wichtige Nahrungsquelle, sondern auch gleichzeitig Hausapotheke. Im übrigen sagt auch manch Unwissender "Unkraut" zu diesen tollen Wild-Kräutern. Aber "Unkraut" gibt es natürlich gar nicht; oder sollte sich die Schöpfung so geirrt haben?
  7. Genial wäre natürlich eine „Wilde Ecke“ - frei vom menschlichen Wirken - die für alle Wesen SEIN darf.
  8. Der berühmte „Englische Rasen“ ist vielleicht zum Fußballspielen geeignet. Für unsere geflügelten Helfer sind diese Flächen jedoch völlig destruktiv. Wer seinen geschorenen Rasen dennoch nicht ganz aufgeben möchte: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Wiesen- oder Blüh-Streifen oder -Insel(n)? Auch eine sehr gute Idee: einfach nur Wege mähen und den Rest als Wiese belassen. Toller Nebeneffekt: weniger Rasenmähen!
  9. Keine Rasenroboter verwenden. Denn diese vernichten jeden kleinsten Blütenansatz. So entsteht leider eine nutzlose grüne Wüste.
  10. Den Insekten viele verschiedene offene Blüten anbieten - von früh bis spät im Jahr. Hier ein paar wenige Beispiele: Weide, Hundsrose, Kornelkirsche, Kräuter, Lavendel, Astern.
  11. Einheimische blühende Bäume und Sträucher pflanzen.
  12. Bäume, Sträucher, Hecken - wenn überhaupt - erst nach der Blüte schneiden.
  13. Einen Teil Deiner angebauten Kräuter und Gemüse blühen lassen. Bienen lieben zum Beispiel Kräuter wie Thymian und Oregano/Dost.
  14. Regionalen Pflanzen den Vorzug geben.
  15. Anders aussehende Bienen (schwarze, bräunlich oder rostfarbene) nicht für „Austauschschüler“ oder schlimmeres halten und vernichten. Bei über 20.000 Bienen-Arten weltweit, fällt es selbst dem Profi schwer, welche Biene er gerade vor sich hat. Also sehr viel wahrscheinlicher, dass es sich eher um eine nützliche und vielleicht sogar vom Aussterben bedrohte Wild-Bienen-Art handelt. Und noch etwas geniales bezüglich der Wild-Bienen: sie bestäuben etwa 300 x so viele Blüten, wie die gezüchtete Honigbiene.
  16. Bei der nächsten Baumfäll-Aktion einfach nochmal genau überlegen, ob der ein oder andere Baum nicht doch stehen bleiben darf - auch oder gerade, wenn dieser bereits tot ist. Im übrigen lieben auch andere Tiere solche Bäume und dienen ihnen als wichtige Lebensgrundlage.
  17. Selbstverständlich keine unnatürlichen (chemischen) Mittel ausbringen.
  18. Bienen-Nisthäuser aufstellen/anbringen (aber die richtigen).
  19. Im übrigen: auch ein Balkon oder eine Fensterbank kann zu einem - zwar kleinen, aber dennoch feinen - Bienen-Paradies werden!
  20. Bio-Imker werden und die naturnahe, wesensgerechte Bienenhaltung fördern.
  21. Nicht nur in Privat-Gärten könnten wir bienenfreundliche Habitate schaffen, denn es gibt auch sehr viele öffentliche Flächen. Warum also nicht einmal bei Deiner Stadt/Gemeinde ein paar dieser Hilfs-Maßnahmen vorschlagen?!

Jede einzelne dieser Maßnahmen ist wichtig. Und alle zusammen genommen können einen wesentlichen Teil zum Überleben unserer Bienen beitragen.

Aber was würde diesen Nützlingen eigentlich am aller meisten helfen?

Ganz klar: ein großflächiger Schutzraum - wie zum Beispiel einem natürlichen (Ur-)Wald mit natürlicher Randzone oder/und bunte, natürliche Wiesen und  Ackerränder. Denn diese liefern all das, was die Bienen so dringend brauchen, inklusive ihrer natürlichen perfekten Behausung!

 

Leider gibt es jedoch nur noch sehr wenig Wald, schon gar keinen Ur-Wald mehr. Die meisten unserer Wälder sind wirtschaftlich genutzte und zu sehr aufgeräumte Forste. Dabei wären tote Äste und abgestorbene Bäume nicht nur für die Bienen absolut notwendig. Auch sehr viele andere Insekten stehen aufgrund fehlenden Todholzes schon auf der Roten Liste, sind also vom Aussterben bedroht. Und auch viele Vogelarten, wie beispielsweise Eule, Specht und Meise, sind auf tote Bäume angewiesen. 

Der Verein GaiaCare möchte sowohl die Wildbienen, als auch eine natürliche, wesensgerechte Bienenhaltung fördern und vorantreiben. Je natürlicher, je besser!

Und der Imker André Wermelinger möchte eben auch genau das!

Der schweizer Bienen-Sympatisant hat jahrelange Imker- und Bienen-Erfahrung. Die naturnahe Bienenhaltung ist nicht nur für uns, sondern auch für ihn eine Herzensangelegenheit. Der Schweizer empfiehlt vor allem die Imkerei nach Abbé Warré. Zusammen mit dem Deutschen Torben Schiffer versucht er die Warré-Beuten (Beute = Bienenkasten) noch zu verbessern. Die beiden Bienen-Spezialisten haben in den letzten zwei Jahren einen neuen Prototypen entwickelt, der in 2019 an den Start geht.

 

 

Um ein bisschen mehr über das Thema „Bienenhaltung“ zu erfahren, haben wir den Fachmann André interviewt:

 

Verein GaiaCare: „Wir möchten sehr gern das natürliche Imkern unterstützen. Wir möchten also nicht einfach irgendeine Methode verbreiten, sondern die möglichst beste(n)/natürlichste(n). Nicht nur im Internet finden sich ja die unterschiedlichsten Methoden. Lieber André, wir hoffen, Du kannst uns diesbezüglich ein wenig Licht ins Dunkel bringen.“

 

André: „Zwei Dinge sind klar voneinander zu trennen: 1. Den Schutz und die Förderung von wild lebenden Honigbienen durch das Anbieten passiver Nisthilfen, das optimieren des Blütenangebotes und das Vermindern von Umweltgiften. 2. Das Extensivieren der Honigproduktion."

 

Verein GaiaCare: „Wir sind gerade auf einen Imker gestoßen, der einfach zu handhabende Bienenkästen mit mehr Platz herstellt. Eines seiner Ziele scheint es zu sein, dass das Volk nicht schwärmt. Was hältst Du davon?“

 

André: „Diese sogenannte Zwilling-Trogbeute mag einigermaßen interessant für didaktische Zwecke sein, aber bienengerecht ist sie mit jeglicher Sicherheit leider nicht. Suboptimale Form, nicht diffusionsoffen, viel zu groß, Nestduftwärmebindung nicht möglich, etc., etc. Eine Schwarmbeeinflussung ist im übrigen mit der Kastration in der Viehzucht vergleichbar. Und wenn dann keine Schwärme fallen, müssen die Winterverluste über Ablegerbildung künstlich ersetzt werden (In-Vitro). Die natürliche Reinigungsfunktion des Schwärmens bleibt aus. Bakterien, Viren, Parasiten gehen ohne jegliche Hinderung vom Muttervolk auf die Jungvölker über.“

 

Verein GaiaCare: „Auch gibt es ja die Bienenkugel, welche wir auch recht interessant finden. Wie steht es mit dieser aus Deiner Sicht?“

 

André: „Die Bienenkugel ist eine technische Klügelei und entspringt dem Ingenieurdenken eines Imkers. Aber sie hat nichts mit einem bienengerechten Habitat zu tun.“

 

Verein GaiaCare: „Und dann gibt es noch Imker, die die Kanarische Biene hierzulande fördern wollen, da diese widerstandsfähiger zu sein scheint.“ 

 

André: „Kanarische Bienen zu importieren grenzt an Frechheit und ist absurd. Sie importieren damit nicht angepasste Bienenrassen und lösen kein einziges Problem. Es gibt keine resistenten Bienen. Resistenz evolviert durch natürliche Selektion an ihrem eigenen Standort. Und nicht die Resistenz alleine ist entscheidend, auch die Virulenz der mit der Varroamilbe verbreiteten Viren.“

 

Verein GaiaCare: „Und dann gibt es noch Imker, die sagen, dass „Leute, wie Ihr“ das Bienensterben erst recht vorantreiben, wenn nicht mit Ameisensäure und/oder Oxalsäure gegen die Varroa vorgegangen wird. Was sagst Du zu diesem Vorwurf?“

 

André: „Dass wir das Bienensterben vorantreiben sollen, ist zigfach wissenschaftlich widerlegt und praktisch verifiziert. Die intensive Honigimkerei (mit Beuten wie zum Beispiel der Zwillings-Trogbeute) stellt das Problem dar.“

 

Verein GaiaCare: „Du betreibst ja schon seit vielen Jahren Forschung. Gibt es da Ergebnisse? Ist es nicht gegebenenfalls auch abhängig von den Umständen, wo die Bienen leben? Umwelt-Verschmutzung, E-Smog, Lärm, Hochspannungs-Leitungen/-Trassen, Klima - um nur ein paar zu nennen. Wurde das mit in den Forschungen berücksichtigt? Beziehungsweise hast Du mehrere, verschiedene Standorte und diese dann auch wieder miteinander verglichen?“

 

André: „Das ist alles zigfach in Studien überprüft und durch hunderte von Imkern verifiziert. Ich habe selbst zwei Bienenstände, einer davon auf einer Alp auf 1400 hm. Der Hauptunterschied ist die auf der Alp viel bessere Biodiversität in Sachen Blütenpflanzen. Die Wahl des Bienenkastens folgt im übrigen auf die Wahl der Bienenhaltungs-Methodik, nicht umgekehrt. Die Methodik gibt es europaweit nur bei uns. "Die gute imkerliche Praxis", die dogmatisch gelehrt wird, stellt keine methodische Vielfalt, sondern Api-Mono-Kultur dar. Die ganze Bienenpopulation wird mehrmals jährlich "sachgerecht" mit organischen Säuren wie Ameisensäure und Oxalsäure behandelt. Eine Art Chemo-Therapie. Der Parasit ist zwar weg, aber das Immunsystem des Bienenvolkes ebenfalls. Wir setzen uns für eine diversifizierte Mischbienenhaltung ein. So darf der Imker mit 80% seines Bestandes extensiv Honig imkern. Er muss aber 20% des Bestandes naturnah halten. Zusammen ergibt das einen ökologisch vertretbaren Honig. Selbstverständlich sind für die extensive Honigimkerei keine Chemikalien notwendig, wir empfehlen hier die komplette Brutentnahme nach Dr. Büchler.“

 

Verein GaiaCare: „Vielen herzlichen Dank für Deine Informationen!“

 

André: „Sehr gerne!"

 

 

Mehr Infos auch unter: www.freethebees.ch

 


Helft den Bienen durch Eure Unterschrift hier! DANKE! :-)


Film-Tipp zum Thema: "More Than Honey"


Wenn Ihr das Projekt "Bienen" unterstützen wollt, könnt Ihr dies auch sehr gern auf folgende Art tun:

  1. Ihr seid Imker und wollt auf eine extensive Honigproduktion umstellen?
  2. Ihr seid Bio-Imker, an einer nachhaltigen Bienenhaltung interessiert und wollt den Bienen-Beute-Prototypen nach Wermelinger und Schiffer ausprobieren?
  3. Ihr wollt Imker werden und die naturnahe Bienenhaltung fördern?
  4. Ihr besitzt ein gesundes Habitat (z. B. eine Bio-Streuobstwiese) und könntet Euch vorstellen, dieses Habitat für die Bienen zur Verfügung zu stellen (mit Aufstellen/Aufhängen passiver Bienen-Nisthilfe/n oder „naturnaher“ Beuten für naturnahe Imker)?
  5. Ihr habt eine Wiese, die Ihr zu einer (Wild-)Blumen-Wiese machen wollt?
  6. Ihr seid Wald-Besitzer und wollt Euren Wald zur Verfügung stellen?
  7. Ihr wollt das Projekt durch den Kauf einer/mehrerer passiven/r Bienen-Nisthilfe(n) und/oder „naturnaher“ Beuten unterstützen?
  8. Ihr wollt das Projekt finanziell unterstützen? (Hurra! Schutzzonen, ihr könnt kommen!)

... dann freut sich der Verein GaiaCare über eine Nachricht von EUCH! Denn das Thema geht UNS ALLE an!